Familiengeschichte
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Familiengeschichte

Die Urheimat meiner Hoffmann-Vorfahren ist das Dorf Unter-Kulm im Kanton Aargau in der Schweiz. Der älteste Vorfahre der bekannt ist, ist ein Rudolf Hofmann, aus Steinenberg, der 1531 erstmals erwähnt wurde. Er kann als Stammvater des Geschlechts der Hofmann im Wynental angesehen werden. Die Familie zog im 16. Jahrhundert nach Kulm und verzweigte sich stark.

 

Gemeindewappen von Unterkulm 

Der älteste Vorfahre, der in direkter Abstammung zu unserem Familienstamm ermittelt wurde, ist ein  Heinrich Hofmann. Er wurde um 1650 in Unter-Kulm geboren und war mit einer Maria Müller, die auch aus dem gleichen Ort stammte, verheiratet. Als Beruf übte Heinrich Hofmann das Seiler-Handwerk aus, was über Generationen in der Familie Tradition war. 

Nach Ende des dreißigjährigen Krieges zog Jakob, ein Sohn von Heinrich Hofmann, nach Gundelfingen  bei Freiburg im Breisgau, wo er als Webermeister arbeitete. In diesem Ort lebten dann die folgenden zwei Generationen, die auch alle als Weber ihr Brot verdienten.

Die Zeit um 1790 war äußerst unruhig, die Gegend um Freiburg im Breisgau wurde immer wieder durch Kriege heimgesucht. Französische und österreichische Truppen verwüsteten das Land, und wer nicht ausgeplündert wurde, musste Hand- und Spanndienste leisten. Im Jahre 1785 war der "strengste Winter seit Menschengedenken", darauf folgten Missernten und Futtermangel und eine große Hungersnot. Vielleicht waren auch bereits die Auswirkungen der französischen Revolution 1789 - 1795 zu spüren.
Zu dieser Zeit wurden Kolonisten vom Habsburger Kaiserhaus für Ungarn und Österreichisch-Polen (Galizien) angeworben. Durch das Toleranzedikt von Kaiser Josef II. von 1781 war es nun auch evangelischen und reformierten Siedlern gestattet, sich für Ungarn anwerben zu lassen, vor dieser Zeit wurden nur katholische Kolonisten angesiedelt.

Im Jahre 1789 beantragte mein Vorfahre, Daniel Hoffmann, die Auswanderung nach Ungarn, und im darauffolgendem Jahr wanderte er mit seiner Frau und seinem Sohn Matthias aus. Mit den Auswanderern zogen eine große Zahl von Emigranten aus dem Raum Gundelfingen, Emmendingen, Nimburg und Köndringen ins Habsburger Kaiserreich. Alle diese Auswanderer waren wie meine Vorfahren, evangelisch.

Josef II. Habsburger Kaiser    

 III. Schwabenzug

Die Auswanderer zogen nach Ulm und fuhren mit der "Ulmer Schachtel"  bis nach Wien, ließen sich dort registrieren und holten sich das Reise- und Verpflegungsgeld ab. Von Wien aus ging die Reise weiter bis nach Belgrad oder Peterwardein. Von dort aus zogen sie zu Fuß in die staatlichen Kameraldörfer, für die sie vorgesehen waren.

Stefan Jäger: Einwanderung der Schwaben

Daniel Hoffmann wurde mit seiner Familie und den übrigen badischen Auswanderern im 1791 gegründeten Dorf Franzfeld /Banat, das etwa 25 km nördlich von Belgrad liegt, angesiedelt. Die meisten Siedler stammten aus Baden und Württemberg, ein kleiner Teil aus der Schweiz, der Pfalz und dem Elsaß. Die Auswanderer waren freie "Wehrbauern", denn das Dorf lag unmittelbar an der Militärgrenze zum Osmanischen Reich.

In Franzfeld lebten vier Generationen der Familie Hoffmann bis sich mein Urgroßvater, Josef Hoffmann 1886 entschloss, mit einigen Franzfelder- und Neu-Pasuaer Familien, ein neues Dorf in Nord-Bosnien zu gründen. Dieses Dorf nannten sie Franzjosefsfeld;  1942 wurde es in Schönborn unbenannt.

Mein Großvater, Josef Hoffmann, war ein bemerkenswerter, gebildeter Mann. Er war 1881  in Franzfeld /Banat geboren worden. Nach seiner Militärzeit beim österreichischen Heer in Leobersdorf /Österreich kehrte er nach Franzjosefsfeld zurück, wollte aber kein Bauer werden.

Er suchte sich Arbeit in der näheren Umgebung, in Lukawac bei Tuzla. Dort war 1894 eine Ammoniak- und Sodafabrik, von dem belgischen Konzern Solvay gegründet worden. Er heiratete meine Großmutter, Eva Klauser, die in Neu-Pasua geboren wurde, und in Lukawac wurde auch mein Vater geboren.

                                                                                        Josef Hoffmann  und     Eva Hoffmann     geb. Klauser


1941 begann mit der Bombardierung von Belgrad durch Hitler der II. Weltkrieg auf dem Balkan. Die Lage in Bosnien wurde durch Partisanenkämpfe sehr gefährlich, und so entschloss sich die damalige deutsche NS-Regierung, rund 17.000 Bosniendeutsche aus dem gefährdeten Gebieten umzusiedeln.

Meine Eltern, Großeltern und Verwandten wurden 1942 von Bosnien nach Polen, das ebenfalls von Deutschen Truppen besetzt war, umgesiedelt. Dort lebten sie noch bis zum völligen Zusammenbruch von Hitler-Deutschland. In einer abenteuerlichen Flucht kam die Familie im Frühjahr 1945 in Bayern an, hier wurde ich geboren.


                          Familienzweige in der Batschka und Syrmien

Zwischen 1784 und 1786 wurden durch die österreichische Regierung neun Dörfer angelegt, die für evangelische oder reformierte Familien vorgesehen waren.

Die Namen dieser Dörfer waren:

Torschau 1784, Neu-Werbass 1785, Klein-Ker 1785, Neu-Schowe 1785, Siwatz 1785, Tscherwenka  1785, Jarek 1786, Bulkes 1786 und Sekitsch 1786.

Ein Zweig meiner Vorfahren (Gayer) wurde in Neu-Werbaß angesiedelt, und stammt aus dem "Krummen Elsaß".

Ein weiterer Zweig stammt aus Bütten im Krummen  Elsaß (Schübler, Schiebler) und wurde in Sekitsch angesiedelt.

Der dritte Zweig (Körper) stammt aus Waldböckelheim an der Nahe, und wurde in Siwatz angesiedelt.

Ein weiterer Zweig wurde in Neu-Pasua  (Klauser, Lang) an der Militärgrenze südlich der Donau angesiedelt, die Vorfahren stammen fast ausschließlich aus Württemberg.

Nachdem in den oben genannten Dörfern wegen Landmangel keine weiteren Entwicklungsmöglichkeiten für die nächsten Generationen gegeben waren, zogen viele der Nachkommen in umliegende Dörfer mit serbischer Bevölkerung.

Folgende Sekundärsiedlungen in denen evangelische und reformierte Donauschwaben wohnten, habe ich festgestellt, wobei ich keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben will:

Alt-Ker, Aschanja (evangelisch, Filiale von Surtschin) Betschmen (reformiert),  Beschka, Beschanija, Bingula (evangelisch, Filiale von Sremska Mitrovica)  Birda, Detsch (evangelisch, Filiale von Surtschin), Dobanovci (reformiert, Filiale von Betschmen), Feketitsch, Franzjosefsfeld, = (Schönborn) Gospodjinci, Heideschütz, Josefsdorf, Katsch, Kis-Ker, Kovil, Krtschedin, Kutzura (reformiert, Filiale von Torschau), LieblingMramorak, Neu-Banovci, Nijemci (reformiert, Filiale von Sidski-Banovci) Obrez (evangelisch, Filiale von Surtschin) Sajkasch-Szentivan, Sidski-Banovci, Surtschin, Schönborn= Franzjosefsfeld,  Schutzberg (Glogowatz), Ugrinovci, Velimirovac (reformiert) Waldneudorf  (Budisava)